Oft taucht im Bereich der Schwimmbaddesinfektion das Schlagwort „Salz statt Chlor“ auf. Grundsätzlich ist das eine durchaus taugliche Methode, das Schwimmbadwasser aufzubereiten, es ist dabei jedoch notwendig, den Kunden richtig aufzuklären, damit keine bösen Überraschungen entstehen können:
Die Methode, durch Zugabe von Salz das Badewasser aufzubereiten, basiert auf der Elektrolyse von Kochsalz (NaCl). Dadurch werden die Elemente Natrium und Chlor (!) aufgespaltet und es entsteht u. a. Natriumhypochloritlösung. Es handelt sich dabei um eine anorganische Chlorverbindung, die auch im Bereich der öffentlichen Bäder Einsatz findet, von „chlorfreier“ Wasseraufbereitung also keine Rede. Diese Chlorverbindung zersetzt oxidativ die Belastungen im Schwimmbecken und wird seinerseits wieder zum ursprünglichen Kochsalz reduziert, womit der Kreislauf wieder geschlossen ist.
Der Vorteil dieser Aufbereitungsmethode ist, dass, sofern der Kreislauf nicht unterbrochen wird (z. B. Wasserverlust über Rückspülung) und der Salzgehalt stimmt, keine Zugabe von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln während der laufenden Saison notwendig ist. Nachteile dieser Aufbereitungsmethode sind, dass sich im Zuge der Elektrolyse der pH-Wert des Wassers drastisch nach oben verschiebt. Es ist daher unbedingt notwendig, diesen durch Zugabe von pH-Senker im richtigen Bereich 7,0 – 7,4 zu halten. Weiters wird durch die Zugabe von Kochsalz der Chlorid-Gehalt im Wasser so stark erhöht, dass das Wasser aggressiv wird. Metallische Teile, wie Sichtteile der Einbauten, Gegenstromanlagen, Edelstahlleitern, Nirofilter und Wärmetauscher können dadurch verfärben oder gar durchrosten. Außerdem ist zu beachten, dass der Aktiv-Chlorgehalt im Wasser, der messbar durch die Elektrolyse von NaCl entsteht, nicht über 2,0 mg/l steigt. Dieser Wert ist durch das Bäderhygienegesetz für öffentliche Bäder als Obergrenze zwingend vorgeschrieben und sollte auch im Privatbereich aus Gesundheitsgründen nicht überschritten werden.
Wenn Sie sich dieser Vor- und Nachteile bewusst sind und Ihre Schwimmbadanlage die technischen Voraussetzungen für den Einbau eines Salzaufbereitungsgeräts bietet, stehen wir Ihnen dafür gerne zur Verfügung. Als Alternativen zur Automatisierung der Schwimmbadpflege bieten sich Aufbereitungsgeräte zur Dosierung für Chlor oder Sauerstoff (nicht zu verwechseln mit Ozon) an. Mit der Sauerstoffmethode bereiten Sie Ihr Schwimmbadwasser während des laufenden Betriebs wirklich chlorfrei auf.
Bei weiteren Fragen und für technische Daten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen noch schöne kommende Badetage!
Ihr ROSSMANN-Team
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